Dienstag, 14. Juli 2015

Wer hat hier wen im Griff?

„Der hat dich aber im Griff!“
„Die tanzt dir auf der Nase rum“
„Jetzt verarscht er Dich aber“


Diese und ähnliche Sätze muss man sich des öfteren anhören, wenn man positiv mit Hunden arbeitet und auf ihre Bedürfnisse eingeht.

Aber wer wirklich positiv mit Tieren arbeitet weiß, das Tier macht nie einen Fehler. Wenn etwas nicht klappt, dann weil der Trainer die Übung (für dieses Tier, in dieser Situation) nicht richtig aufgebaut hat.

Kein Tier verarscht jemand wenn es eine Übung nicht richtig macht! Ob ein Tier nun die kognitiven Fähigkeiten hat sich so in den Menschen einzufühlen, dass es weiß was ihn jetzt ärgern würde und ihn absichtlich zu verarschen, das sei mal dahin gestellt (aus professioneller Sicht traue ich das einem Hund eher nicht zu – als private Hundehalterin… naja ;) )
Die Frage ist aber vor allem: Wieso sollte es? Wenn es sich eine Belohnung verdienen kann, wenn es die Übung richtig macht, warum um alles in der Welt sollte es sie absichtlich falsch ausführen? Was hätte es davon, den Menschen zu verarschen? Dass es sich insgeheim ins Pfötchen lachen kann?

Wenn ein Tier eine Übung nicht so macht wie wir uns das vorstellen liegt das immer an folgenden Gründen:

Donnerstag, 2. Juli 2015

Nach der Challenge ist vor der Challenge

Herzlichen Glückwunsch zum Sieg bei der Tanz in den Mai Video-Challenge an Clarissa und ihre drei Shiba Inus Ilvy, Toivo und Inari!!! Ihr seid echt super :D

-> Hier geht's zum Sieger-Video


Die neue Trick Video-Challenge steht natürlich im Zeichen des Sommers :)
Also bring Deinen Tieren Tricks bei, die mit Sommer, Sonne, Urlaub, Wasser....... zu tun haben und lade ein Video davon auf der Facebook Veranstaltungsseite hoch (oder ladet es auf Youtube und postet dort den Link). 

Ich geb Euch gleich mal 2 Monate Zeit ;)
Einsendeschluß ist der 31.08. Am 01.09. werden die Sieger ermittelt. Dabei zählt nicht unbedingt der technisch perfektes Trick auch als am Besten. Spaß und Originalität stehen im Vordergrung :D

Jeder Teilnehmer bekommt eine (digitale) Urkunde und der Sieger wieder ein Trick Training Tagebuch von Easy Dogs.



Viel Spaß beim Trainieren und Filmen :D

Ein paar Regeln müssen auch sein:
Das Training darf ausschließlich positiv erfolgen - kein körperliches Einwirken auf das Tier, kein Bedrängen, unfreundlicher, lauter Umgang o.ä.
Leckerlis sind erlaubt, sollten aber nicht unbedingt als Lockmittel eingesetzt werden.
Leinen, Halsbänder u.ä. sind erlaubt, wenn sie aus Sicherheitsgründen notwendig sind. Es darf aber nicht am Tier gezogen werden um es in eine bestimmte Position zu bringen. Keine Tricks die für Mensch oder Tier gefährlich sein könnten.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

EXTRA CHALLENGE
Um das Sommer Feeling zu maximieren, gibt es noch einen zusätzlichen Fotowettbewerb.
Alle Tierfotos mit Bezug zum Sommer dürfen ebenfalls auf diese Veranstaltungsseite gepostet werden.
Der Sieger erhält ebenfalls eine kleine Überraschung.


--> Summer Time Video-Challenge





Sonntag, 28. Juni 2015

NOTFALL!!! American Akita Rüde sucht DRINGEND neues Zuhause


Mich hat gestern ein dringender Notfall erreicht: Dieser hübsche, 1 1/2 jährige, unkastrierte American Akita Rüde sucht dringend ein neues Zuhause.

Die jetzige Besitzerin ist mit ihm überfordert. Er hat nach einer so genannten Tiertrainerin geschnappt, die ihn disziplinieren / unterwerfen wollte :/ und noch in zwei weiteren Situationen in denen er bedrängt worden war.
Ich kenne den Hund (noch) nicht persönlich, laut der Schilderung scheint er aber keineswegs ein besonders schwieriger Fall zu sein. Ich denke, dass sein Aggressionsverhalten gegenüber Menschen leicht in den Griff zu bekommen ist, wenn professionell und gewaltfrei mit ihm gearbeitet wird.
Leider hält sich ja immer noch hartnäckig das Gerücht, dass gerade große, kräftige und eigenständige Hunde wie ein Akita eine harte Hand brauchen und man ihnen zeigen müsse wer der Herr ist. Dieser Fall beweist wieder einmal das Gegenteil, denn erst durch die Disziplinierung seitens der sogenannten Tiertrainerin ist das Problem überhaupt erst eskaliert.
Er läßt sich aber nach wie vor meistens alles gefallen und ist in keiner Weise ein "böser" Hund, der unprovoziert Menschen attackiert oder dergleichen. Es bräuchte nur positives Training und sachgemäßen Umgang.

Er hat außerdem einen ausgeprägten Jagdtrieb, mag keine Kinder, Katzen und andere Hunde. Bei fremden Menschen ist er anfangs skeptisch, wobei er zu Frauen schneller Vertrauen fasst.
Dafür bleibt er brav alleine, fährt gern Auto und ist stubenrein.

Ideal wäre also ein Einzelplatz mit eingezäuntem Garten bei jemand der die Bereitschaft mitbringt mit ihm zu arbeiten.
Eventuell käme auch ein Pflegeplatz in Frage.
Ich hätte ihn selbst schon geholt wenn ich nicht mitten in den Umzugsvorbereitungen wäre und keinen Platz mehr hätte wo ich einen 7. Rüden, der noch dazu keine anderen Hunde mag, hinstecken kann :(
Sollte sich aber ein (Fix- oder Pflege-) Platz in der Steiermark finden, helfe ich sehr gerne bei der Eingewöhnung und dem Training und was sonst noch gebraucht wird.

Mich erreichen häufig Notfallmeldungen, aber diese liegt mir besonders am Herzen ♥ , denn die Besitzerin ist überfordert und hat Angst und bekam bis jetzt weder von Seiten der Züchterin, noch von Tierheimen oder sonst wem Hilfe.
Behalten und Trainieren ist unter den gegebenen Umständen leider keine Option mehr.
Er braucht dringend einen Platz!

Noch ein paar Eckdaten:
reinrassiger American Akita
FCI Papiere, nicht für die Zucht geeignet
Rüde, unkastriert
1 1/2 Jahre alt
ca. 45 kg
lebt derzeit in Niederösterreich

Bei Interesse oder Ideen, wie diesem hübschen jungen Akita-Mann geholfen werden kann bitte Email an mich: info@haustierberatung.com oder Mobil: 0664/4515885
Ich stelle dann den Kontakt her.

Samstag, 2. Mai 2015

Blöder Hund

Letztens wurde mir von jemand erklärt, seine Hunde wären die blödesten Hunde, die dieser jemand je gesehen hatte.

Was machte diese Hunde so besonders blöd?
Sie setzen sich nicht automatisch hin, wenn man "Sitz" sagt und kratzen an der Tür, wenn sie hinein wollen.
Blöde, unfähige Mitsviecher!

Ich war irgendwie schockiert und wußte nicht genau was ich dazu sagen sollte, deshalb hielt ich erstmal meinen Mund. Aber es liegt mir immer noch im Magen.
Wie kann man einen Hund oder irgendein anderes Lebewesen als "blöd" bezeichnen, wenn es nur das macht was es gelernt hat bzw. Dinge nicht macht, die es nicht gelernt hat.
Eine Volksschul-Lehrerin, die ihre Erstklässler als blöd bezeichnet, weil sie noch nicht lesen und schreiben und nicht mal integralrechnen können, hat wohl den falschen Job.

Wenn in solchen Fällen irgendwer blöd ist, dann ja wohl nur der Mensch, der es verabsäumt hat, dem Hund das beizubringen, was er möchte.

Freitag, 1. Mai 2015

Neue Video-Challenge

Die Sieger der Oster Trick Video-Challenge stehen fest :)

Herzlichen Glückwunsch an Renate und Hardrock für's tolle Osterhasen apportiere :)

Da die Challenge sich bis weit nach Ostern hingezogen hat, fand ich die Idee mit "Osterhasen wegräumen" sehr originell. Besonders gefallen hat mir aber, dass sich Renate bei Hardrock bedankt, wenn er ihr die Osterhasen bringt!
Das entspricht genau meiner Vorstellung von gemeinsam Spaß haben und respektvollem Umgang!
Das muss geehrt werden in einer Zeit, in der mit Hunden wieder mehr denn je herum geschafft und unfreundlich umgegangen wird!

Super gemacht Ihr beiden!!!


Und hier gibt's das Sieger-Video

Natürlich möchte ich Euch auch die anderen Teilnehmer nicht vorenthalten, die ebenfalls tolle Arbeit mit ihren Hunden leisten und vor allem Spaß mit ihnen haben :)

Clarissa und Ilvy, Toivo und Inari
Ricarda und Masha
Ulrike und O-Ren
Silvia und Cookie


Und weil uns das allen so viel Spaß gemacht hat und ich weiß, dass einige mehr am Üben waren, aber nicht rechtzeitig fertig geworden sind, gibt es diese Wettbewerbe ab jetzt jeden Monat!

Das Mai-Thema heißt "Tanz in den Mai" und sämtliche Dance Moves sind erlaubt und erwünscht, solange die grundsätzlichen Regeln eingehalten werden. Jeder kann mitmachen und bekommt eine Teilnehmer-Urkunde. Am 1.6. wird dann ein Sieger gekürt, der auch einen kleinen Sachpreis gewinnt.

--> Hier geht's zur Veranstaltung



Mittwoch, 29. April 2015

Konditionierung auf den Clicker


Eowyn - meine HeroRAT - ist nun alt genug um das Training zu beginnen.

HeroRATs wird beigebracht Landminen oder Tuberkuloseerreger zu erschnüffeln und anzueigen und das geht natürlich am besten mit... dem Clicker :)

Denn Clickertraining ist nicht nur für unterforderte Schoßhunde gelangweilter Hausfrauen oder "Wattebauschwerfer" die Hunden keine Grenzen setzen ;)
Clickertraining ist die effektivste Methode um sämtlichen Tierarten sämtliche Dinge beizubringen: von den schauspielerischen Leistungen von Filmtieren über Blindführ-Ponies und  Zootiere, die auf diese Weise lernen sich vom Tierarzt ohne Narkose behandeln zu lassen bis hin eben zu unseren Suchratten. Jedes professionelle Tiertraining ist heutzutage Marker- bzw. Clickertraining.

Der Clicker ist aber keine Wunderfernbedienung für Tiere! Man kann nicht einfach drauf drücken und das Tier macht alles, was man möchte!
Der Clicker bedeutet „Das ist richtig! Belohnung kommt gleich“. Diese Bedeutung muss das Tier erst lernen!
Und das geht ganz einfach: Man clickt einfach und gibt dem Tier ein Leckerli. Das macht man, bis das Tier das Geräusch mit der Belohnung verkünpft hat.

Hier lernt Crysella die Beudeutung des Clickers kennen

Dieser Vorgang ist übrigens eine klassische Konditionierung, wie sie Pawlow bei seinen Hunden entdeckt hat: http://de.wikipedia.org/wiki/Pawlowscher_Hund

Ursprünglich war der Click nur irgendein Geräusch ohne Bedeutung. Futter hingegen war schon immer super – es ist ein sogenannter primärer Verstärker, weil Verhalten das dazu führt, dass man Futter bekommt häufiger gezeigt wird, es wird verstärkt. Dadurch, dass nun Click und Futter in Kombination auftreten verknüpft das Tier das Geräusch damit, dass es Futter bekommen wird. Der Click wird zum sekundären Verstärker, der den primären Verstärker ankündigt.
Ein sekundärer Verstärker für Menschen ist z.B. Geld. Geld alleine macht nicht glücklich. Man kann es nicht essen oder hat sonst direkt etwas davon. Naturvölker oder kleine Kinder betrachten die Papierstücke und Metallteile als neutralen Reiz. Man muss zunächst erst die Bedeutung von Geld lernen – nämlich dass man es gegen primäre Verstärker (Dinge die uns mehr oder weniger glücklich machen) eintauschen kann. Dann bekommt Geld auf einmal eine sehr große Bedeutung.


Eowyn wird wie alle HeroRATs in einem speziellen Glaskäfig trainiert. Durch Löcher im Glas wird nach jedem Click die Belohnung - hier hauptsächlich Bananen - gereicht.
Dabei werden die Ratten nicht überfordert sondern täglich in zwei Einheiten zu je fünf Minuten trainiert.

Hier geht's zur englischen Originalnachricht: Click goes the food reward




Sonntag, 26. April 2015

Konditionieren vs. Kommunizieren

Zum gefühlten Dreimillionsten Mal bin ich letztens auf Facebook wieder einmal auf eine Diskussion über Hundeerziehungsmethoden gestoßen und wieder einmal wurden darin die Begriffe „Konditionierung“ und „Kommunikation“ völlig falsch verwendet.
Zwar ging es in dem eher gemäßigten Beitrag darum, dass man im Hundetraining beides braucht, trotzdem wurde es so dargestellt, als wäre das eine das Gegenteil vom anderen. Als würde man einen Hund ENTWEDER konditionieren ODER mit ihm kommunizieren. Die „Konditionierer“ stopfen ihre Hunde nur sinnlos mit Leckerli voll und setzen ihnen keinerlei Grenzen und die „Kommunizierer“ bedrängen ihre Hunde körperlich, schimpfen mit ihnen und sind der Meinung ein bestimmtes „Nein“ ist das wichtigste, was ein Hund zu hören bekommen soll.
Dann gibt es noch die, die beides wichtig finden. Sie „konditionieren“ ihre Hunde, wenn sie ihnen was beibringen und „kommunizieren“ (am liebsten in der hundlichen Körpersprache) aber klar und deutlich wenn der Hund in ihren Augen einen Fehler macht.

Wer mitdenkt dem wird schnell klar, hier geht es in Wirklichkeit überhaupt nicht um Konditionierung und Kommunikation, sondern vielmehr darum ob der Einsatz von Strafe (in welcher Form auch immer) im Hundetraining gerechtfertigt ist.
Diese Diskussion kommt nie vom Fleck. Schon gar nicht, wenn klar definierte Begriffe völlig sinnentfremdet in den Raum geworfen werden.