Mittwoch, 29. Juli 2015

R.I.P. Xiros de la Vallee du Mouton "Cousteau"

Cousteau, 14 Jahre alt
Die Welt verliert eine ganz besondere Hundepersönlichkeit: Cousteau, der Berger Picard meiner Tante ist im 15. Lebensjahr verstorben.

Vor ca. zwei Wochen schon konnte er plötzlich nicht mehr aufstehen und schon gar keine Stiegen gehen, was bei einem 36kg Hund, der in einer Wohnung wohnt ein echtes Problem darstellt.
Ich persönlich bin gegen das Einschläfern von Tieren. Auch wenn sie alt und/oder krank sind, weil ich finde, dass es wichtig ist auch beim Sterben der Natur ihren Lauf zu lassen und dem Fluss des Lebens zu vertrauen. Zu diesem Thema wollte ich aber schon lange einen eigenen Artikel schreiben und werde dies auch noch nachholen.
Auf jeden Fall denke ich auch, dass es in Ordnung ist einen Hund einzuschläfern, wenn die Umstände so sind, dass es für die Menschen einfach nicht erträglich ist. Ich habe lange mit meiner Tante über dieses Thema gesprochen und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es in der speziellen Situation (meine Tante ist auch nicht mehr die Jüngste, mein Onkel ein Pflegefall und sie haben eben nur eine Wohnung) durchaus vertretbar wäre, Cousteau einschläfern zu lassen.
Der Termin stand fest, Tierärztin und Tierbestatter waren bestellt und...
...Cousteau ist einfach wieder aufgestanden und die Sache wurde abgesagt.

Nun er scheint meiner Meinung gewesen zu sein, dass es nicht nötig ist ihn einzuschläfern, denn nun ist er einfach zu Hause abends eingeschlafen und morgens nicht mehr aufgewacht.
Ein großartiger Hund, der schon immer seinen eigenen Kopf hatte und sich auch den Zeitpunkt seines Ablebens nicht aufdrängen lässt, wie er sich niemals irgendetwas hat aufdrängen lassen.

Dieser Hund stellt für mich einen Meilenstein in meiner Hundelaufbahn dar, weshalb er mir genauso am Herzen liegt wie meine eigenen Hunde.



In die Rasse verliebt habe ich mich schon vor vielen, vielen Jahren auf Grund eines Rasseporträts in einer Hundezeitschrift. Ich habe daraufhin Kontakt mit Frau Gabi Glaser aufgenommen, deren Berger Picard Hündin damals der Star auf einem Ö3 und einem Nissan Plakat war und lernte über sie Familie Janes und deren Zuchtstätte de la Vallee du Mouton kennen, die mir auch sehr bei meinem Rasseporträt halfen, dass ich für meine Fachbereichsarbeit geschrieben habe. Ich habe es tatsächlich wieder gefunden und stelle es hier auch ein.

Als meine Tante und mein Onkel sich dann dazu entschieden sich einen Hund zuzulegen, wurde natürlich ich gefragt und irgendwie sind wir dann beim Picard hängen geblieben und so kam es, dass im Frühling 2001 Xiros de la Vallee du Mouton aka "Cousteau" bei ihnen einzog.

Er war ein fürchterlicher Hund ;) Er war völlig unmotivierbar, unkonzentriert und ungestüm.
Und das war gut so. Ich habe natürlich bei der Erziehung geholfen und dabei mehr gelernt als mir damals vielleicht lieb war. So z.B. die Lektion, dass Leckerli nicht gleich Leckerli ist und man für einen pubertierenden Picard Rüden dann doch zu Wienerschnitzel greifen muss ;)
Ich habe außerdem mit ihm meine Showkarriere richtig gestartet und ihn sehr erfolgreich im In- und Ausland ausgestellt. Er war österreichischer Champion und beinahe auch slowenischer, koratischer und internationaler Champion - dafür fehlte ihm allerdings die Arbeitsprüfung.
So furchtbar er sein konnte, so feinfühlig war er auf der anderen Seite. Von klein auf ist er z.B. meine Großeltern niemals angesprungen. 
Mit fortschreitenden Alter wurde er auch vernünftiger und blieb viele Jahre ein treuere Begleiter, wie man es sich nur wünschen kann.

Wir waren Anfangs nicht immer sicher, ob die Rassewahl die Richtige war, aber das war sie am Ende auf jeden Fall.
Dieser Hund hat mich zu einer besseren Trainerin gemacht. Er hat mir gezeigt, dass nicht jeder Hund nach Schema F funktioniert und dass die wichtigsten Fähigkeiten bei der Arbeit mit Hunden Geduld, Kreativität und Humor sind.
Danke dafür lieber Cousteau! Danke, dass ich Dich kennen lernen durfte!








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